von Werner Kremm
Reschitza
Konsul Klaus Peter Marte vom Temeswarer Generalkonsulat der Bundesrepublik
Deutschland nahm zum ersten Mal an der Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag
teil, die alljährlich im Banater Bergland vom Konsulat in Zusammenarbeit
mit den Foren aus Reschitza, Steierdorf/Anina und Montan-Saska veranstaltet
wird. Kurz, doch gehaltvoll war seine Ansprache, die er auf dem Reschitzaer
Friedhof Nr. 3 am Fliegergrab hielt, wo Gefallene (vor allem abgestürzte
Flieger) des Ersten und Zweiten Weltkriegs bestattet sind.
„Stalingrad, Leningrad - Orte der Erinnerung an den Krieg der Nationalsozialisten,
an jene Tragödie, die vor 60 Jahren begann. Orte des Erinnerns an
schwere Kämpfe, an Leiden und Sterben der Soldaten, an Kriegsgefangenschaft,
an Deportation, an Zwangsarbeit und Verlust der Heimat, an Hass, an Rache
und Unrecht, an körperliche und seelische Verletzungen, wie sie einander
im vergangenen Jahrhundert in Europa die Völker so schwer und folgenreich
zufügten."
Die etwa 50 Teilnehmer an der Gedenkveranstaltung, die diesmal bei
strahlendstem Sonnenschein stattfand, hatten Kerzen mitgebracht. Nicht
zu übersehen war, dass auch an diesem mit viel Geld renovierten Grab
von Kriegsgefallenen zeichen jener „nur scheinbar vergangenen Zeit" zu
sehen waren: eine der sieben Granitplatten war mutwillig zerstört
worden und ist nur notdürftig mit Zement zusammengekittet. Und auch
auf dem Friedhof waren, selbst zur Zeit, als die Gedenkveranstaltung stattfand,
Grabschänder am Werk.
Konsul Marte: „So führt uns unser Weg heute an das Fliegergrab in Reschitza, zu den Gräbern der Gefallenen auf den Friedhöfen in Anina und Sasca Montana und vielen anderen Orten in die Vergangenheit. Doch diese trennt unsere Völker nicht länger in Feindschaft und Hass. Vielmehr öffnet uns der Blick auf die Vergangenheit gleichzeitig den langen und beschwerlichen Weg in die Zukunft, auf dem wir unsere Erinnerungen wie eine «eiserne Ration» - als Mahnung zum Frieden und zur Versöhnung - bei uns tragen. Die Geschichte