Julius Anton Baumann
von DI. Karl Ludwig Lupsiasca
Reschitza
Nr. 44
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Ingenieur, Verbandsobmann;
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geboren am 2. April 1908 in Reschitza;
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gestorben am 2. Juni 1999 in Wien;
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Eltern: Anton Baumann und Wilhelmina, geborene Holschwandner.
Julius Baumann war Sohn „einer römisch-katholischen und deutschbewußten
Familie", wie er es selbst sagte, väterlicherseits Tiroler und Zipser,
mütterlicherseits steirischer Abstammung. Im damaligen Ungarn begann
er die Volksschule ungarisch, nach dem ersten Weltkrieg ging er in die
deutsch gewordene Bürgerschule (Untergymnasium) seiner Heimatstadt.
Während des Unterrichts als Privatschüler im Temeswarer Realgymnasium
war Baumann bereits Angestellter des Reschitzaer Werks, im Konstruktionsbüro
des Brückenbaus. Nach der Abitur kam er nach Graz, studierte dort
an der Technischen Universität, pflegte Kontakte zu „donauschwäbischen"
Studenten und betätigte sich in der schlagenden Burschenschaft Wieland-Staufen.
Mit dem Grazer Ingenieurdiplom ausgestattet, kehrte Julius Baumann
in seine Heimatstadt und zum gewohnten Arbeitsplatz zurück. Sein Vorgesetzter,
Oberinspektor Johann Janzer, der von der Wiener Niederlassung der berühmten
Stahlkonstruktionsfirma Waagner-Biro nach Reschitza gekommen war, schätzte
den jungen Ingenieur und vertraute ihm die Leitung des Büros für
Statik und Konstruktion an. Nach Auflösung der Gewerkschaften 1938
und Bildung der sogenannten Zünfte, deren Mitglieder pflichtgemäß
Arbeiter und Beamte waren, vertrat Baumann innerhalb der deutschen Zunft-Fraktion
die Interessen der deutschen Beamten in Reschitza. Nach langwährenden
Verhandlungen zwischen der gesetzlich anerkannten „Deutschen Volksgruppe"
und der deutschen Zunftfraktion erfolgte am 1. Dezember 1940 die Gründung
der Gebietsorganisation Bergland der „Deutschen Arbeiterschaft Rumäniens"
(DAR), deren Leiter Julius Baumann wurde.
Drei Tage nach dem Umsturz flüchtete Julius Baumann über
Dognatschka, Werschetz, Budapest und Wien nach Berlin, wo er zusammen mit
DAR-Gefährten beauftragt wurde, eine Flüchtlingshilfe in Wien
einzurichten. Vor dem Einmarsch der Sowjetarmee verließ er Wien,
erreichte per Fahrrad Salzburg und kam etwas später nach Graz, wo
er sich mit Installationsarbeiten seinen Unterhalt verdiente. Erst 1948
gelang es ihm wieder als Statiker und Konstrukteur angestellt zu werden,
zunächst bei der „Wiener Brückenbau A.G.", danach, bis zur Pensionierung
1975, bei der „Österreichischen Alpinenmontan-Gesellschaft".
In Österreich trat Baumann dem Verband der Donauschwaben bei,
wurde Obmannsstellvertreter und wirkte als Delegierter in der donauschwäbischen
Arbeitsgemeinschaft im Verband der öaterreichischen Landsmannschaften
und im Flüchtlingsbeirat Österreichs.
Nach dem Heimattreffen der Banater Schwaben 1980 in Ulm bildete sich
ein Ausschuß, der für die Zukunft entschlossen war, für
die Deutschen aus dem Banater Bergland gesonderte Heimattreffen zu veranstalten.
Bei der ersten dieser Veranstaltungen in Mitterndorf/Österreich kam
es zur Gründung des „Heimatverbands Banater Berglanddeutscher", zu
dessen Vorsitzenden Julius Baumann gewählt wurde. Julius Baumann behielt
dieses Amt zehn Jahre hindurch, bis 1991.
Bestrebt die Leistungen der Banater Deutschen aus dem Bergland der
Öffentlichkeit vorzustellen, organisierte Baumann eine Ausstellung,
die in mehreren Orten Deutschlands und Österreichs gezeigt wurde,
veröffentlichte Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften und schrieb
eine kurze Geschichte des Banater Berglands.
Nach der Wende in Rumänien, bemühte sich Julius Baumann Kontakte
zu seinen Landsleuten in der alten Heimat zu vertiefen und unterstützte
nach Möglichkeiten das Demokratische Forum der Banater Berglanddeutschen.
Seine alte Heimat besuchte Baumann 1991 anläßlich des Dognatschkaer
Kirchweihfestes und 1995 anläßlich der Einweihung des Denkmals
zur Erinnerung an die Rußlanddeportation, zu dessen Entstehen er
einen bedeutenden Beitrag geleistet hatte. Zu diesem Aulaß wurde
ihm am die Ehrenmitzliedschaft des Kultur-und Erwahsenenbildungsvereins
„Deutsche Vortrags Reschitza verliechen.
In den letzten Jahren seines Lebens sonderte Julius Baumann aus seiner
Bibliothek die für das Banater Bergland wichtigen Bücher und
Zeitschriften aus. Sie wurden nach seinem Tode von Ladislaus Dubovszki
nach Reschitza gebracht, dem DFBB übergeben und sollen als eine der
wertvollsten Sammlungen in dem noch einzurichtenden Dokumentationszentrum
in Reschitza aufgenommen werden.
Werk: Geschichte der Banater Berglanddeutschen Volksgruppe, Eckartschriften,
Heft 109, Österreichische Landsmannschaft, Wien, 1989.
Bibl.: Herta Drozdik-Drexler, Erfolgreich tätig für
die Gemeinschaft der Banater Berglanddeutschen, Julius A. Baumann
zum 90sten, in „Banater Berglanddeusche", Folge 79, März-April 1998;
Georg Pischl, Julius Anton Baumann, in „Banater Berglanddeutscher", Folge
87, Juli-August 1999.