In die Heide aus dem Bergland
von Erwin Josef Tigla
Am 10. November fuhren mehrere deutsche Kulturgruppen
aus Reschitza Richtung Banater Heide. Zweck der Reise war das Auffrischen
der kulturellen Verbindungen mit dem westlichsten Teil des Banats und der
hiesigen deutschen Bevölkerung. Aus Reschitza nahmen das „Banater
Bergland"-Trio (Karl Ludwig Lupsiasca, Josef Ruzicska und Karl Stoianovici),
die „Rolf Bossert"-Theatergruppe (Leiterin: Ingrid Karin Protocsil) und
die drei DFBB-Tanzgruppen der Stadt am Fuße des Semeniks (Leitung:
Lisa Bell und Edda Lupsiasca, die Kleinen, und Lisa Bell, die zwei Größeren)
teil.
Nach einem nebeligen und trüben Samstagmorgen
in Reschitza (es war 7 Uhr, als wir wegfuhren) begrüßte uns
der klare Himmel bereits in Temeswar und weiter auch die Sonne, obwohl
uns der Wind den ganzen Tag kalt über die Wangen streifte.
Die erste Haltestation war Hatzfeld, das Heidenstädtchen,
aus dem viele Kulturpersönlichkeiten der Banater Schwaben stammen.
Nach einem Stadtbummel und „Begrüßung" des Hl. Florians im Zentrum
der Stadt, das Wahrzeichen Hatzfelds, ging man zur „Stefan Jäger"-Gedenkstätte,
wo wir herzlich von den Anwesenden begrüßt wurden. Bevor wir
die Gedenkstätte besichtigten, boten die Reschitzaer Kulturgruppen
ein Potpourri ihres Könnens. Zum Beginn begrüßte Hans Zsirkowsky,
der DFDB-Ortsforumsvorsitzende von Hatzfeld, die Anwesenden, indem er seinen
Dank für das Kommen aussprach.
Sodann wurde die Gedenkstätte besichtigt: sowohl
die ethnographische Abteilung wie auch die Gedenkstätte Stefan Jägers
selbst. Durch die beiden Abteilungen führten sachkundig die beiden
Kustoden Maria und Hans Schulz, alte Bekannte der Reschitzaer Deutschen
durch ihr Mitwirken bei den „Kinder malen ihre Heimat"-Wettbewerben.
Anschließend besichtigte man den katholischen
Friedhof des Heidestädtchens. Am Grabe von Peter Jung, Heimatdichter
des Banats, und am Grabe des Malers Stefan Jäger legten Jugendliche
aus der Reihe der Tanzgruppen je einen kleinen Tannenkranz, in memoriam
aus dem Banater Bergland, nieder.
Der Bus fuhr weiter, diesmal Richtung Lenauheim.
Vor dem Rathaus machte man halt und ging als Erstes zum Lenau-Denkmal.
Auch hier wurde ein Tannengebinde zum Andenken an den großen Nikolaus
Lenau niedergelegt. Es folgte die Besichtigung der Lenau-Gedenkstätte
in dessen Geburtshaus. Die Gedenkstätte und das Haus selbst erweckten
in uns ein Kältegefühl der Nachlässigkeit und Interesselosigkeit.
Das einzige, was uns Hoffnung bringt ist die Tatsache, daß im nächsten
Jahr, das internationale Lenau-Jahr, etwas in dieser Richtung bewegt wird.
Es ist schade, daß eine so wertvolle Kulturstätte unseres Banater
Deutschtums nicht ihre richtige Stelle im Kulturgut unserer Volksgruppe
einnimmt. Wir hoffen aber fürs nächste Jahr ...
Das einzige was uns und unsere Blicke wieder erwärmte
war die ethnographische Sammlung der Gedenkstätte, die wunderschönen
Trachtenpuppen in den verschiedenartigen Ausführungen. Ich denke,
daß man sie besser einzeln zur Geltung bringen könnte. Und nicht
zuletzt sollte man sich Gedanken machen, Lenauheim und die Gedenkstätte
mehr zu popularisieren, ins Rampenlicht zu bringen. Dies anhand von Werbungsmaterialien,
Ansichtskarten, Broschüren. Vielleicht auch für das nächste
Jahr ...
Der Bus fuhr uns weiter durch Grabatz, Gottlob,
Lowrin bis nach Großsanktnikolaus, die westlichste Stadt Rumäniens.
Hier muß aber noch erwähnt werden, daß wir in Grabatz
die rumänische „Ruga", die Kirchweih, aus dem Bus erblicken konnten.
Was uns erstaunte war, daß die Kinder und Jugendlichen in rumänischer
Volkstracht einen Kerwei- oder Maibaum in die Dorfmitte trugen, ein ehemaliges
Volksbrauchtum der hiesigen Banater Schwaben. Die Kultur- und Brauchtumsinterferenzen
sind also hoch aktuell!
Im Nako-Kastell in der Stadtmitte von Großsanktnikolaus
begrüßte uns Dietlinde Huhn, die DFDB-Ortsforumsvorsitzende
und lud uns zum Kulturprogramm ein. Anschließend wurden uns frische
Kipfel vorgesetzt und wir konnten mit den Anwesenden noch so manche Gedanken
austauschen.
Die Zeit drängte, das herbeirasende Dunkelwerden,
aber auch das „Fußballmatch" zwischen Rumänien und Slowenien
(wir hatten auch Drucker jede Menge mit), alles gab uns den Ansporn, schnell
aufzubrechen Richtung Temeswar und danach ins Bergland zurück. Sicher
konnten wir nicht durch Temeswar, ohne einen kurzen Aufenthalt beim MacDonalds,
selbstverständlich auf Verlangen der Jugend. Schließlich und
endlich sind wir zur zweiten Halbzeit des Fußballspiels in Reschitza
eingetroffen, in Gedanken uns aber noch immer an die Heide des Banats erinnernd.
Hiermit sei allen, die uns diese Reise zu einen schönen Erlebnis machten,
innig gedankt. Und nicht zuletzt sei gesagt: das Ziel wurde erreicht. Unsere
Beziehungen wurden wieder aufgefrischt. Nun ist die Reihe der Heide, ins
Bergland zu kommen. Wir warten und freuen uns schon darauf!
Auch andere Stimmen dazu:
Am 10. November 2001 sind wir um 7,15 Uhr von Reschitza
weggefahren. Als wir durch Bokschan fuhren, hat uns Herr Molin, der Reiseführer,
viele wichtige geschichtliche Sachen erzählt.
Später fuhren wir durch Temeswar. Uns wurde
gesagt, dass in Temeswar die erste Bierfabrik errichtet wurde und dass
es hier auch eine Zigaretten-, eine Batterien- und eine Hutfabrik gibt.
Um 12,30 Uhr sind wir in Hatzfeld angekommen. Dort
haben wir getanzt und haben das „Stefan Jäger"-Museum besichtigt.
Dort sahen wir ganz viele Bilder des berühmten Malers Stefan Jäger.
Nachher sind wir auf einen Friedhof in Hatzfeld gegangen. Stefan Jäger
und Peter Jung waren dort begraben.
Nachher haben wir das Geburtshaus von Nikolaus Lenau
in Lenauheim besucht. Dort war auch eine ganz schöne Ausstellung von
Puppen in deutschen Trachten.
Anschließend sind wir nach Großsanktnikolaus
gefahren, wo wir unsere Tanzkünste wieder mal beweisen mussten. Das
haben wir dann auch getan.
Heimwärts ging`s dann wieder durch Temeswar,
wo wir bei Mac Donalds eingekauft haben, und um 20,15 Uhr sind wir zu Hause
angekommen.
Petra Utta Boltasu,
IV. Klasse
*
Um 7,15 Uhr ist die deutsche Tanzgruppe vom Forum
Reschitza weggefahren Richtung Hatzfeld.
Herr Molin hat uns gesagt, dass in Bokschan das
erste Mal im Jahre 1718 ein Schmelzofen zum Schmelzen der Steine gebaut
wurde. Um 9,05 Uhr sind wir in Temeswar angekommen.
Hier haben wir den Bega-Fluss überquert und
sind weiter nach Hatzfeld gefahren.
Um 10,00 Uhr sind wir in Hatzfeld angekommen, wo
wir das erste Mal getanzt haben. Es war in der „Stefan Jäger"-Gedenkstätte.
Dort ist auch ein Museum, wo von Stefan Jäger ganz schöne Zeichnungen
und Malereien ausgestellt waren.
Danach sind wir nach Lenauheim zum Gedenkhaus von
Nikolaus Lenau gefahren. Dort haben wir ganz alte Sachen gesehen.
Von dort aus sind wir nach Großsanktnikolaus
gefahren, wo wir auch das letzte Mal getanzt haben. Anschließend
sind wir zurück nach Reschitza gefahren.
Am Abend um 20,00 Uhr sind wir zu Hause angekommen.
Es war ein ganz toller Ausflug!
Lucia Cornelia Nedelcu
IV. Klasse