von Roland Schnepel
z.Z. Reschitza
Im „Diaconovici-Tietz"-Lyzeum fand die Abschlussdiskussion des ersten
Treffens im Rahmen des Comenius-Projektes „Werte in Europa" statt. An diesem
Schulprojekt nehmen Schulen aus Deutschland, Rumänien, Holland, Lettland
und Polen teil. Die nationalen Comenius-Agenturen fördern dieses Projekt,
das insgesamt auf drei Jahre angelegt ist, finanziell.
Die koordinierende Schule ist die Grund- und Hauptschule Melle-Riemsloh.
Obwohl im ländlichen Raum gelegen, ist diese Schule unter ihrer Schulleiterin
Marlies Brüggemann international sehr aktiv. Im Rahmen der Weltausstellung
2000 in Hannover war die GHS eine von 28 ausgewählten Expo-Schulen.
Das Projekt „Wir sind Kinder einer Erde" endete mit einem Jugendcamp, an
dem Kinder, Jugendliche und Betreuer aus 12 Nationen teilnahmen. Zu diesem
Camp wurde auch der Gastlehrer am „Diaconovici-Tietz", Roland Schnepel,
mit einer Gruppe aus Rumänien eingeladen. Die dort geknüpften
Kontakte wurden intensiviert und führten schließlich zum Projekt
„Werte in Europa".
Der Untertitel dieses Projektes lautet „Reicher Westen - armer Osten,
armer Westen - reicher Osten" und regt bereits zum Nachdenken an. Meistens
denkt man an den reichen Westen und den armen Osten, doch der zweite Teil
des Untertitels macht deutlich, dass materielle Werte nicht alles sind.
Gerade die Wertvorstellungen, die Menschen haben bzw. die in bestimmten
Ländern vorherrschen, sind wichtig zu kennen. Denn nur so können
sich Länder und Menschen annähern.
Leider konnten an dem ersten Treffen in Rumänien nicht Vertreter
aller fünf Länder teilnehmen. In Lettland gab es Finanzierungsprobleme,
in Holland wurden die Lehrer nicht freigestellt. So wurden am 14. September
die Vertreter der
deutschen Schule (Marlies Brüggemann, Constanze Guretzki sowie
die Schüler Nils Zimmermann und Johann Woitalla) und der polnischen
Schule (Schulleiterin Ewa Dembeck sowie Lehrerin Joanna Jonczak-Dabkiewicz)
am Flughafen Temeswar empfangen.
Das Programm für die Gäste war vielseitig. Der Direktor vom
„Diaconivici-Tietz", Boris Vatzulik, hatte sich recht vieles einfallen
lassen. Am 15.9. wohnten die Gäste der feierlichen Schuljahreseröffnung
des „Diaconivici-Tietz"-Lyzeums bei. Es gab außerdem ein Treffen
mit Schülern, die vor 50 Jahren die Schule verlassen hatten. In den
nächsten Tagen gab es Gelegenheit, am Unterricht teilzunehmen, um
das rumänische Schulsystem besser kennenzulernen. Außerdem gab
es so Möglichkeiten, mit Schülern über das Projekt zu sprechen
und Kontakte zu knüpfen. Frau Ghinaci (Englischlehrerin am „Diaconovici-Tietz")
organisierte mit einer 12. Klasse im Fach Englisch eine Diskussion über
das Thema Werte. Das kulturelle Programm war ebenfalls umfangreich: Ocna
de Fier, Wolfsberg, das neue Feriencamp der Schule in der Nähe von
Vãliug, Anina und vieles mehr.
Da die Gäste in Familien untergebracht waren, konnten sie sich
von der rumänischen Gastfreundschaft aus erster Hand überzeugen.
Die Zeit war zwar kurz, aber es ist vieles passiert. Viele Ansatzpunkte
für die Weiterführung des Projektes sind gegeben, von Malwettbewerben,
Theater, Aufsätzen bis hin zu Webseiten für die Darstellung der
Ergebnisse.